Medienwissenschaftler/innen übernehmen Aufgaben und Funktionen, in denen die Kommunikation, deren Grundlagen und Verbesserungsmöglichkeiten im Zentrum stehen: Kommunikation und Informationsaustausch unter Mitarbeitenden einer Firma oder Organisation, Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit, Kommunikation mit der Kundschaft usw.
Medienwissenschaft alltäglich
Wenn wir darüber diskutieren, wie dieser Politiker oder jener Firmenvertreter am Fernsehen auftritt, was er «hinüberbringen» will, wie er dabei wirkt, wenn wir uns beschweren, dass eine Firma, ohne vorher mit den Mitarbeitern zu sprechen, Entlassungen vornimmt, wenn wir mit dem Stil einer Spendenaktion nicht einverstanden sind oder wenn wir uns fragen, ob Gewalt am Fernsehen einen schlechten Einfluss auf die Kinder hat, dann betreiben wir immer, auf alltägliche Weise, Medienwissenschaft.
Medien- und Kommunikationswissenschaftler/innen treffen auf vielfältige Arbeitsmöglichkeiten. Allerdings sind sie grosser Konkurrenz ausgesetzt, da in den letzten Jahren ein regelrechter Run auf die Medienwissenschaften an den Universitäten stattgefunden hat.
Medien- und Kommunikationswissenschaftler/innen leiten beispielsweise Forschungsprojekte bei einem Marktforschungsinstitut, analysieren den Medienkonsum älterer Menschen für den Forschungsdienst der SRG, unterstützen die Kommunikationsaktivitäten einer Staatskanzlei oder erarbeiten ein PR-Konzept für eine Firma.
Publizistikwissenschaft und Journalismus
Publizisten und Medienwissenschaftlerinnen analysieren medien- und kommunikationsspezifische Fragestellungen professionell aufgrund fundierter Medienkenntnisse und mit wissenschaftlichem Werkzeug, nämlich mit sozialwissenschaftlichen Methoden (z.B. Statistik). Das Studium der Medienwissenschaft führt also nicht, wie oft angenommen wird, in den Journalismus. Nur knapp 20 Prozent sind nach dem Studium im Journalismus tätig bzw. mit journalistischen Aufgaben betraut. Tätigkeiten in den Neuen Medien, in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Organisationskommunikation gewinnen hingegen an Bedeutung.
Wer in den Journalismus einsteigen möchte, sollte neben dem Studium schon möglichst früh und mit kleinen Schritten in der Praxis beginnen – zum Beispiel mit Berichten im lokalen Anzeiger. Wer ein vielseitiges Portfolio von Artikeln und Kritiken mitbringt, hat nach Studienabschluss die besseren Chancen, sein Auskommen als freier Journalist oder mit einer Anstellung als Redaktorin zu verdienen.
Lehre und Forschung
Viele Medienwissenschaftler/innen sind, insbesondere in einer ersten Berufsphase nach Studienabschluss, als Assistenten und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen an den Hochschulen tätig, arbeiten im Instituts- und Bibliotheksbetrieb und in der Betreuung von Studierenden mit, führen Einführungsveranstaltungen durch und nehmen an einem Forschungsprojekt teil oder schreiben eine Dissertation.
Eine weitere Forschungstätigkeit stellt die angewandte Medienforschung von grossen Verlagshäusern, z.B. der SRG, dar, welche sich vor allem mit der Mediennutzung von bestimmten Publikumsgruppen beschäftigt.
Arbeitsmöglichkeiten finden sich in beschränktem Ausmass auch im Ausbildungswesen ausserhalb der Hochschulen, in der Journalismusausbildung oder der Erwachsenenbildung.
Kommunikationsmanagement und Neue Medien
Publizisten bzw. Medienwissenschaftlerinnen sind Kommunikationsallrounder. Ein Teil findet im «Kommunikationsmanagement», also der internen Kommunikation, der Meinungs- und Marktforschung oder der Öffentlichkeitsarbeit von staatlichen und privaten Unternehmungen eine Beschäftigung, sei es bei Ämtern und Departementen der Kantone und des Bundes oder bei Banken, Versicherungen, Industrieunternehmungen usw. Im Rahmen von Informations-, Wissens- und Kommunikationsmanagement sind sie mitverantwortlich für das Profil von Produkten, Dienstleistungen und Firmen (Corporate Identity), für die Öffentlichkeitsarbeit, Marktforschung, für Marketing und Sponsoring oder für die Verbesserung des internen Informations- und Kommunikationsflusses. Für kleinere und mittlere Betriebe übernehmen diese Aufgaben spezialisierte PR- und Kommunikationsagenturen. Im Verbund mit Fachkräften aus anderen Gebieten (Informatiker, Grafikerinnen usw.) können Medienwissenschaftlerinnen und Kommunikationstechnologen auch bei der Planung von Websites, elektronischen Portalen und von Informationssystemen mit der dazu erforderlichen Hard- und Sofware zum Einsatz kommen.
Berufliche Chancen erhöhen
Das Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaft ist keine Berufsausbildung und bereitet nicht auf klar definierte Tätigkeiten vor. Viele der erwähnten Berufsmöglichkeiten richten sich deshalb nicht ausschliesslich an Medienwissenschaftler/innen, sondern stehen auch anderen Sozialwissenschaftlern und auch Geisteswissenschaftlerinnen offen. Umso wichtiger ist es, bereits während des Studiums durch die Wahl der Nebenfächer und Studienschwerpunkte oder in Praktika und Semesterjobs Zusatzqualifikationen, Praxisbezug und Berufserfahrung zu gewinnen, etwa in Methodenlehre, Statistik, Informatik, in den (Neuen) Medien, und sich so Kontakte und damit ein Beziehungsnetz aufzubauen (Networking). Überdurchschnittlich viele Studierende gehen während des Studiums einer Erwerbstätigkeit nach und zwar oft in festen Anstellungen und in publizistiknahen Bereichen. Um praxisrelevantes Wissen in den Sozialwissenschaften, aber auch in fachfremden Bereichen wie der Ökonomie, der Informatik usw. zu erwerben, bestehen zudem Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb und ausserhalb der Hochschulen.
Weitere Berufsmöglichkeiten siehe auch unter:
Marketing, Werbung, PR
Medien und Information
Hier finden Sie eine Auswahl von Berufs- und Tätigkeitsbeschreibungen aus dieser Branche, in denen Uni-Absolventinnen und -Absolventen arbeiten.