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Unistudium und Berufsmöglichkeiten
Chemie und Biochemie

Berufsmöglichkeiten nach einem Studium der Chemie und der Biochemie

Chemische Produkte und Prozesse sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Die Erkenntnisse der Chemie kommen unter anderem der Medizin, der Pharmazie, der Lebensmitteltechnologie, der Agrarwirtschaft und dem Umweltschutz zu Gute. Aber auch in den Bereichen Werkstoffe, Elektronik, Maschinenbau und Nanotechnik wird auf das Wissen der Chemie zurückgegriffen. Dementsprechend breit sind die Arbeitsmöglichkeiten auf den verschiedenen Hierarchiestufen in Privatfirmen sowie öffentlichen Institutionen.

Forschung, Entwicklung und Lehre

Nach dem Studienabschluss schreibt die Mehrheit der Chemiker/innen und Biochemiker/innen eine Dissertation, häufig im Rahmen einer Assistenzstelle an der Hochschule. 80% der Absolvierenden eines Chemiestudiums sind ein Jahr nach Abschluss an einer Hochschule beschäftigt. Für eine weiterführende Hochschullaufbahn wird im Anschluss daran ein eigenes Forschungsgebiet aufgebaut. Die Forschung an der Hochschule setzt den Schwerpunkt bei der Grundlagenforschung und ist immer auch mit Lehre verbunden.
Das Unterrichten an einer Mittelschule oder Berufsfachschule setzt eine didaktische Zusatzausbildung voraus. Am Ende des Studiums erwerben sich die zukünftigen Lehrer/innen Lehrdiplom für Maturitätsschulen.

Ein typischer Berufseinstieg verläuft via eine Forschungs- und Entwicklungstätigkeit in der Industrie, wofür in der Regel der Doktortitel vorausgesetzt wird. Die industrielle Forschung ist vor allem von ökonomischen Prinzipien geprägt und stark anwendungsorientiert. Es werden vorwiegend neue Stoffe mit verbesserten oder gar neuartigen Wirkungen und Applikationsmöglichkeiten gesucht. Interdisziplinarität ist ein Muss. Wenige Industriechemiker/innen bleiben während ihrer gesamten Berufstätigkeit in der Forschung. Sie wechseln nach einigen Jahren oft in andere Bereiche und übernehmen zunehmend Managementfunktionen.

Verfahrenstechnik und Produktion

In der Verfahrenstechnik werden neu synthetisierte Substanzen vom Labormassstab auf den Produktionsmassstab übertragen. Zudem werden bestehende Produktionsprozesse optimiert. Die Entwicklung von Chemie und Technik wird dabei immer auch unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit, der Ökologie und Verfahrenssicherheit durchgeführt.
Die Produktion ist das Herz jedes industriellen Betriebs. Chemiker/innen sind hier verantwortlich dafür, dass die Produktion reibungslos läuft und die Produkte möglichst ökonomisch, termingerecht und in gleich bleibender Qualität hergestellt werden. In diesen Bereichen arbeiten auch die technisch ausgebildeten Chemieingenieure/innen.
Chemisch ausgebildete Informatiker/innen sind gefragt, wenn es um die Entwicklung spezifischer Software für die chemisch-pharmazeutische Produktion und das Qualitätsmanagement geht.
 

Analytik

Analytiker/innen entwickeln und optimieren Methoden, um Stoffe zu untersuchen. Wie Detektive können sie auch kleinste Substanzmengen noch präzise nachweisen. In der Industrie ist die Analytik ein integraler Bestandteil der Forschung, der Verfahrensentwicklung und der Produktion.
Im Bundesamt für Umwelt sorgen Analytikerinnen dafür, dass Umweltschutzgesetzte und Lebensmittelverordnungen eingehalten werden. Sie führen z.B. chemische und bakteriologische Untersuchungen von Lebensmitteln, Gebrauchsgegenständen und Trinkwasser durch und vollziehen die Gesetzgebung über den Verkehr mit Giften.

Weitere Beispiele von amtlichen Tätigkeiten: Im Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft befassen sich Chemiker/innen mit der Analyse und Bewertung der Gefährlichkeit von Stoffen wie Pestiziden oder schwermetallhaltigen Abfällen. Bei Swissmedic (Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Heilmittel) analysieren sie die chemische Zusammensetzung von Medikamenten. Bei den zuständigen Stellen für Arbeitshygiene sind sie  für die Abklärung von chemischen Risiken und gesundheitsschädigenden Einflüssen, denen Arbeitnehmer/innen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind (z.B. Dämpfe, Staub), schlagen gegebenenfalls Sanierungsmassnahmen vor und informieren über mögliche Gefahren.
 

Marketing, Verkauf und Unternehmensführung

Um die Wirtschaftlichkeit von chemischen Produkten zu garantieren, gehören zur Analyse von Kunden, Märkten und Konkurrenten auch Preiskalkulation, Kalkulation der Produktionsmengen, Werbung, Beratung, Verkauf und Vertrieb. Hier werden Absolvierende an den Schnittstellen zwischen Forschung und Marketing, Entwicklung und Produktion und in strategischen Unternehmensbereichen aktiv. Mögliche Funktionen sind Produktmanager, Vertriebsmanagerin, Produktionsleiter, Projektmanagerin oder Business-Develop-Manager. Aber auch im Controlling und der Unternehmensberatung gibt es zahlreiche Betätigungsfelder für Chemiker/innen oder Absolvierende
des neuen integrierten Studiengangs in Wirtschaftschemie.
Neben Grossfirmen haben Wirtschaftschemiker/innen mit ihrer speziellen Wissenskombination besondere Bedeutung für Start-up Firmen und KMUs. Weiter benötigen auch Politik und Verwaltung betriebswissenschaftlich ausgebildete Naturwissenschaftler/innen.
Mit speziellem Know-how, Phantasie und Eigeninitiative etablieren sich vermehrt selbstständig tätige Chemiker/innen auf dem Markt.
 

Weitere Arbeitsmöglichkeiten

Als Prüfer/in in den Patentämtern, als Industriepatentanwalt/anwältin oder freiberuflich tätig erarbeiten und prüfen Chemiker/innen Schutzrechte für Forschungs- und Entwicklungsergebnisse.

In grossen chemischen Unternehmen arbeiten Chemiker/innen in betriebsinternen Dokumentations- und Informationsstellen. Sie führen die Recherchen aus und geben diese Informationen gezielt an die Mitarbeitenden weiter.

Die Kommunikation ist in der Chemie sehr wichtig. Die Öffentlichkeit will kompetent und verständlich über Entwicklungen informiert werden. Für Leute, die gerne schreiben, ist die wissenschaftlich-publizistische Arbeit eine faszinierende Aufgabe.

Weitere Berufsmöglichkeiten siehe auch unter:
Umwelt und Ökologie
Chemie und Biotechnologie
Industrielle Nahrungsmittelproduktion

 

Tätigkeitsspektrum

Hier finden Sie eine Auswahl von Berufs- und Tätigkeitsbeschreibungen aus dieser Branche, in denen Uni-Absolventinnen und -Absolventen arbeiten.
Arzneimittelchemiker/inBiochemiker/inBiophysiker/inChemieingenieur/inChemiker/in UNIDozent/in (Fachhochschule)Dozent/in (Universität)Forschungschemiker/inForschungsingenieur/in (ETH)Hochschulassistent/inKantonschemiker/inLebensmittelchemiker/inLebensmittelinspektor/inLeiter/in medizinischer Laboratorien (veraltete Bezeichnung)Mittelschullehrer/in ChemieNaturwissenschaftler/in in Beratungs- und PlanungsbürosNaturwissenschaftler/in in der QualitätssicherungNaturwissenschaftler/in in Verbänden und OrganisationenPatentanwalt/-anwältinPatentexperte/-expertinPatentnaturwissenschaftler/inPatentprüfer/in Europäisches PatentamtPharmaingenieur/inProduct-Manager/inProteom-Wissenschaftler/in und Bioinformatiker/inSpezialist/in für labormedizinische AnalytikUmweltwissenschaftler/inWirtschaftschemiker/inWissenschaftliche/r Journalist/inWissenschaftliche/r Mitarbeiter/inWissenschaftsredaktor/in

Porträts

Biochemiker als Research ScientistChemieingenieur im NahrungsmittelunternehmenChemieingenieur in der chemischen IndustrieChemiker in einem PharmaunternehmenChemikerin in der PharmaWirtschaftschemiker als Trainee in der pharmazeutischen Industrie

Verwandte Studienrichtungen

Biologie, Biotechnologie und Life SciencesLebensmittelwissenschaftMaterialwissenschaftNanowissenschaften, Interdisziplinäre NaturwissenschaftenUmweltingenieurwissenschaft
 
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