Wer Theologie studiert hat, kann nach einer entsprechenden Weiterbildung in den kirchlichen Dienst eintreten. Eine Anstellung zu finden erweist sich für überzeugte Christinnen und Christen, die über kommunikative und soziale Fähigkeiten verfügen, als relativ unproblematisch. Teilzeitanstellungen sind häufig. Ausserhalb des kirchlichen Dienstes bietet sich den Theologen und Theologinnen ein breites Berufsspektrum, das mit demjenigen der Geisteswissenschaftler/innen vergleichbar ist.
Pfarrdienst
Noch bis vor einigen Jahren übernahmen ca. 70 bis 80 Prozent der Theologieabsolventinnen und -absolventen nach entsprechender Weiterbildung ein Pfarramt. Gemäss den neuesten Absolventenbefragungen treten heute nur noch ca. 40% der frisch ausgebildeten Theologinnen und Theologen in den kirchlichen Dienst ein. Aufgabe der im kirchlichen Dienst als Pfarrerinnen und Pfarrer, Priester, Pastoralassistentinnen und -assistenten, Gemeindeleiterinnen und -leiter
tätigen Studienabsolventen und -absolventinnen ist es, die christliche Botschaft für die gegenwärtige Zeit und Gesellschaft transparent zu vermitteln und den Menschen christliche Glaubensinhalte so nahe zu bringen, dass sie ihr Leben aus dem Glauben gestalten und nach christlichen Grundsätzen handeln können.
Das Tätigkeitsfeld der Pfarrer/innen ist vielfältig. Es umfasst das Gestalten des Gottesdienstes und der Predigt sowie viele seelsorgerische Dienste und Aufgaben. Der Beruf beinhaltet – mit konfessionellen Abweichungen – Folgendes:
Neben den regulären Gottesdiensten führen Pfarrer/innen Taufen, Trauungen, Beerdigungen, Gemeinschaftsbeichten usw. durch. Auch planen und gestalten sie die Feiern besonderer kirchlicher Anlässe wie erste Kommunion, Konfirmation oder Firmung. Ein besonderes Engagement erfordern die kirchlichen Festtage wie Ostern, Pfingsten, Weihnachten usw.
Zu den zentralen Aufgaben der Pfarrer/innen gehört es, Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen und -phasen persönlich und spirituell zu begleiten. Seelsorge und soziales Engagement, sei es in Form von persönlichen Gesprächen und gemeinsamem Gebet oder im Rahmen von Aktivitäten der Kirchgemeinde sind im Beruf der Pfarrer/innen wichtig. Für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Jugendliche, Menschen ausländischer Herkunft oder Betagte bauen sie Hilfs- bzw. präventive Angebote und Strukturen auf.
Pfarrer/innen übernehmen auch Leitungsaufgaben innerhalb der Kirchgemeinde. Sie sind verantwortlich für Personalfragen und Finanzen, koordinieren die Aktivitäten von Gruppen und freiwilligen Mitarbeitenden, gewährleisten die Vernetzung mit anderen Institutionen und beteiligen sich an Aktionen der Landeskirche.
In der Regel sind Pfarrer/innen für eine Kirchgemeinde zuständig. Sie arbeiten aber auch in regionalen kirchlichen Institutionen (Gesamtkirchengemeinden einer Grossstadt oder eines Ballungsraumes). Auch Missionsdienste sind möglich. Spezialisierte Seelsorger/innen sind in Gefängnissen, Spitälern, Altersheimen oder Empfangsstellen tätig.
Breites ausserkirchliches Berufsspektrum
Viele Theologinnen und Theologen ergreifen Berufe ausserhalb des kirchlichen Dienstes. So ist eine Tätigkeit in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Weiterbildung, bei kirchlichen Beratungsstellen (z.B. Ehe- oder Jugendberatung), in der Erwachsenenbildung ebenso möglich wie eine Arbeit bei einem kirchlichen Pressedienst oder einem theologischen Fachverlag.
Eine ohne systematische Ansprüche durchgeführte Umfrage der Theologischen Fakultät Luzern ergab folgende Berufstätigkeiten: Verbandsleiterin, Mitarbeiter in der Entwicklungszusammenarbeit, Leiterin eines städtischen Gleichstellungsbüros für Mann und Frau, Jungunternehmer, Managerin, kirchlicher Gassenarbeiter, Leiterin im Bereich Soziale Arbeit, Tenor, Art Direktorin, Rektor eines Gymnasiums, Chorleiterin im Bereich Kirchenmusik, Abteilungsleiter im kantonalen Schulwesen, Journalistin, Öffentlichkeitsbeauftragter. Die Umfrage verdeutlicht: Nur sehr wenige Theologinnen und Theologen sind arbeitslos. Ihr ausserkirchliches Berufsfeld überlagert sich dort, wo theologisches Wissen nicht Bedingung ist, mit demjenigen der Geisteswissenschaftler/innen. Die gewählte Nebenfachkombination aber auch gesammelte praktische Erfahrungen während des Studiums waren teilweise für die berufliche Laufbahn richtungsweisend.
Religionsunterricht
Theologie kann an den meisten Universitäten in Kombination mit einem anderen Unterrichtsfach für das Höhere Lehramt belegt werden. Dies ermöglicht nach absolvierter Zusatzausbildung eine Unterrichtstätigkeit als Gymnasiallehrer/in.
Forschung und Lehre
Ein sehr erfolgreich absolviertes Studium kann in die theologische Forschung und Lehre führen. Im Vergleich zu anderen Sozial- und Geisteswissenschaften ist in der Theologie die wissenschaftliche Laufbahn besser zugänglich, da eine grössere Anzahl Assistenzstellen auf eine kleinere Anzahl Absolventen trifft.
Weitere Informationen zu Studium und Beruf der Theologie s. unter
www.theologiestudium.
Weitere Berufsmöglichkeiten siehe auch unter:
Medien und Information
Hier finden Sie eine Auswahl von Berufs- und Tätigkeitsbeschreibungen aus dieser Branche, in denen Uni-Absolventinnen und -Absolventen arbeiten.